NEUERSCHEINUNG

Warum «t.quarks» mit alten Managementmythen bricht

Was, wenn Transformation weniger an fehlenden Strategien scheitert als an inneren Blockaden von Organisationen? Mit «t.quarks» legen die Unternehmensberater Carsten Hentrich und Michael Pachmajer ein Transformationshandbuch vor, das gängige Managementlogiken infrage stellt. Ihr Ansatz: Führung und Zusammenarbeit lassen sich als archetypische «Elementarteilchen» neu ordnen – vorausgesetzt, Unternehmen sind bereit, Misstrauen, Betriebsblindheit und alte Denkmuster hinter sich zu lassen.

 

In Zeiten multipler Krisen wird eines deutlich: Die alten Managementkonzepte reichen nicht mehr. Die Unternehmensberater Carsten Hentrich und Michael Pachmajer bieten mit «t.quarks» einen ambitionierten Ansatz. Er beruht auf zehn Archetypen von Führungskräften und Teams als «transformativen Elementarteilchen». Die zentrale These des Buches ist unbequem und zugleich einleuchtend: «Wir werden die komplexen Probleme heute nicht mit denselben Werkzeugen lösen können, die zu genau diesen Problemen geführt haben.» Transformation scheitert demnach nicht an fehlenden Strategien, sondern an tiefsitzenden Blockaden – Misstrauen, Betriebsblindheit, Überforderung. Diese gleichen chronischen Verspannungen im Körper, lassen sich nicht einfach wegdiskutieren. Die Lösung liegt gemäss den Autoren in der gezielten Befähigung der Mitarbeitenden durch Future-Skills. Sie müssen bereit sein, bisheriges Verhalten infrage zu stellen und zu verändern, Vertrauen an die Stelle von Misstrauen zu setzen sowie eindimensional statt mehrdimensional zu denken.

t.quarks – Das Transformationsbuch für alle, die jetzt Verantwortung übernehmen von Carsten Hentrich und Michael Pachmajer, Murmann Publishers, 2025, 320 Seiten.

t.quarks – Das Transformationsbuch für alle, die jetzt Verantwortung übernehmen von Carsten Hentrich und Michael Pachmajer, Murmann Publishers, 2025, 320 Seiten.

Zu den archetypischen Führungskräften zählen die Autoren den Futuristen, der Visionen entwickelt; den Disruptor, der alte Muster zerschlägt; den Advocate, der Nachhaltigkeit vertritt; den Integrator, der Silodenken überwindet; und den Transformer als «Superhirn». Parallel dazu beschreiben sie fünf Team-Archetypen: Coopetitors, Systemizers, Explorers, Networkers und Emergers. Diese Systematik bietet eine pragmatische «Mannschaftsaufstellung» für den Wandel.

Allerdings bleiben die fiktiven Beispiele oft idealtypisch. Madeleine Neuland, die Futuristin mit ihrem perfekt umgebauten Automobilzulieferer, oder Sophie Anders, die Disruptorin in der Handwerkstradition – sie wirken wie Lehrbuchfälle. Die Realität ist oft widerständiger, die Blockaden tiefgreifender als in den Beispielen dargestellt. Zudem verliert der Text durch Wiederholungen und teils saloppe Sprache an Klarheit. Manche Formulierungen wirken eher wie Motivationsrhetorik als wie fundierte Analyse. Gerade in einem Fachbuch über komplexe Transformationsprozesse wäre mehr sprachliche Präzision wünschenswert.

Dennoch bietet das Buch vielfältige Anregungen, die eigene Rolle sowie Erfolgsfaktoren für Transformationen zu reflektieren. Überzeugend ist die Betonung von Vertrauen und psychologischer Sicherheit als Wettbewerbsvorteil. Das Konzept der Emergers-Teams, die als «Special Forces» agieren und Führung als temporäre Rolle verstehen, geht in Richtung einer radikalen Neuorganisation. «t.quarks» wirft wichtige Fragen auf und inspiriert. Es bietet keine tiefgreifende theoretische Fundierung, aber eine griffige Systematik für Führungskräfte auf der Suche nach Orientierung.

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